Bild: Helge Jochens (Co-Founder und CTO) und Frank Wallrapp (Co-Founder und CEO), Twogee Biotech

Twogee Biotech entwickelt und vermarktet material-spezifische enzymatische Lösungen, mit denen unterschiedlichste Biomasse-Reststoffe effizient in nachhaltige Zucker umgewandelt werden können. Der Ansatz kombiniert hochspezialisierte Enzym-Systeme mit biologischen Produktionsprozessen und zielt darauf ab, diese über skalierbare Lizenzmodelle in industrielle Anwendungen zu überführen.

Motivation: Nachhaltige Zucker aus Biomasse-Reststoffen wirtschaftlich nutzbar machen

Die Motivation des Unternehmens liegt klar in der Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft: Heute verfügbare enzymatische Lösungen sind häufig nicht ausreichend auf die Vielfalt realer Biomasse-Reststoffe abgestimmt. Deren unterschiedliche Materialeigenschaften und Prozessierungen führen dazu, dass bestehende Enzyme zu wenig effizient, zu unspezifisch und somit in Summe oftmals wirtschaftlich nicht tragfähig sind.

In der Praxis verhindert dies oftmals eine stoffliche Nutzung der Reststoffe – mit der Folge, dass diese überwiegend verbrannt bzw. rein energetisch verwertet werden. Twogee verfolgt daher das Ziel, seinen Kunden die Möglichkeit zu geben, Abfallstoffe auf wirtschaftlich rentable Weise in abfallbasierte Zucker umzuwandeln und damit nachhaltige und gleichzeitig von Nahrungsmitteln unabhängige biologische Rohstoffe für die chemische und biosynthetische Industrie zu schaffen und so angewandte, profitable Nachhaltigkeit zu etablieren.

Herausforderung: Orientierung in der fragmentierten Förderlandschaft

Parallel zur technologischen Entwicklung stand das Start-up Anfang 2025 vor einer zentralen Herausforderung: der gezielten Identifikation geeigneter Förderprogramme und Mentoring-Angebote. Die Förderlandschaft im Chemie- und Technologiebereich ist stark fragmentiert; Programme unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Zielsetzung, Bewertungskriterien und Förderlogik.

Gerade für ein junges, innovationsgetriebenes Unternehmen bedeutet dies einen erheblichen zeitlichen Aufwand sowie die Notwendigkeit fundierter Förder- und Systemkenntnis, um Entwicklungsphase, Technologie und Förderinstrument sinnvoll zusammenzubringen und strategisch auszuwählen.

Fachliche Einordnung und strategische Orientierung im Förderdschungel 

Der Chemie-Cluster Bayern unterstützte Twogee Biotech bei der strukturierten Orientierung innerhalb der Förderlandschaft und brachte seine Erfahrung an der Schnittstelle von Chemie, Biotechnologie und öffentlicher Förderung gezielt ein.

Im Fokus der Zusammenarbeit standen:

  • die Einordnung und Auswahl geeigneter Förderprogramme mit Blick auf Technologie, Reifegrad und Programmfit
  • die fachlich-strategische Strukturierung der Antragsinhalte, insbesondere hinsichtlich Nutzenargumentation, Zielbild und Förderlogik
  • mehrere fokussierte Feedback- und Überarbeitungsrunden zur inhaltlichen Schärfung und klaren Positionierung des Vorhabens

Strukturiert zum Fördererfolg – vom Programmauswahlprozess bis zur Bewilligung

Das strukturierte Vorgehen führte zur Bewilligung des DBU Green Startup Grants durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Zeitlicher Ablauf: 

  • Ende März 2025: Gemeinsame Einordnung relevanter Förderoptionen 
  • Anfang April 2025: Entscheidung für den DBU Green Startup Grant und Start der Antragsarbeit 
  • Mitte April 2025: Gezielte Überarbeitungsrunden mit strategischem Fokus auf DBU-Kriterien 
  • Ende April 2025: Einreichung des Förderantrags 
  • September 2025: Finaler Pitch in Osnabrück und Bewilligung des Grants

Stimme aus dem Netzwerk

„Die gezielte und praxisnahe Unterstützung des Chemie-Cluster Bayern war für uns ein wichtiger Faktor – von der Strukturierung der Antragsinhalte bis zur finalen Einreichung. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass unser Vorhaben im DBU Green Startup Grant klar bewertet und positiv entschieden wurde.“

Frank Wallrapp
Gründer & CEO, Twogee Biotech

Ihre Technologie, unsere Erfahrung – gemeinsam Förderpotenziale erschließen

Sie entwickeln innovative Lösungen im Chemie-, Bioökonomie- oder Technologiebereich – wir unterstützen mit fachlicher Einordnung, Förderkompetenz und einem starken Netzwerk.

Ob Förderorientierung, Antragsstrukturierung oder strategische Projektentwicklung: Wir begleiten Sie zielgerichtet und effizient.

Im Rahmen einer internationalen Forschungskooperation untersucht Prof. Nicolas Vogel von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit seinem japanischen Kollegen Prof. Suji Fuji vom Osaka Institute of Technology die Herstellung sogenannter Liquid Marbles. Diese, durch kolloidale Partikel stabilisierten Flüssigkeitstropfen, bieten die faszinierende Möglichkeit ein flüssiges Material wie ein festes Pulver zu verarbeiten, zu formulieren und zu lagern. Als Clusterteam unterstützen wir dieses und ähnliche Projekte im Bereich der internationalen Forschungsinitiativen durch gezielte Fördermittelberatung, administrative, inhaltliche und strategische Unterstützung während der Antragstellung und begleiten Sie auch gerne während der gesamten Projektlaufzeit.

Die IRSA Lackfabrik setzt auf innovative Produkte aus nachwachsenden Materialien. Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien entwickelt die IRSA Lackfabrik ein biobasiertes wasserlösliches Lacksystem, welches zukünftig die herkömmlichen, schwermetallhaltigen und auf organischen Lösungsmittel-basierenden Parkettbödenlacke mit den einhergehenden Gefährdungen für Mensch und Umwelt ersetzen soll. Unsere langjährige Zusammenarbeit mit der IRSA Lackfabrik umfasst neben der Identifizierung geeigneter Fördermittel auch die tatkräftige Unterstützung während der Antragsausarbeitung sowie die Begleitung und Beratung während der gesamten Projektlaufzeit.

Das im November 2019 gestartete EU-Projekt „LimnoPlast“ beschäftigt sich mit der Thematik Mikroplastik in Süßgewässerökosystemen und betrachtet dieses aus einer ganzheitlichen Perspektive. Hierfür arbeiten erstmals Wissenschaftler aus den drei sehr unterschiedlichen Disziplinen Umwelt-, Technik- und Sozialwissenschaften zusammen.

Im Rahmen dieses Marie Skłodowska-Curie Innovative Training Networks (MSCA-ITN) werden 15 interdisziplinär denkende junge Forscher aus den Bereichen Polymer- und Ingenieurswissenschaften, Toxikologie und Ökologie, Umwelt-, Sozial- und Rechtswissenschaften sowie Psychologie ausgebildet, die das Thema Mikroplastik von dessen Ursprung über die Auswirkungen bis hin zu technologischen als auch gesellschaftlichen Lösungen untersuchen werden. So werden unter anderem die Quellen und Auswirkungen von Mikroplastik auf die Süßwasserökosysteme rund um die europäischen Stadtgebiete Aarhus (zweitgrößte Stadt Dänemarks), Amsterdam und Paris erforscht. Neben Untersuchungen zur direkten Auswirkung auf den Menschen und der Entwicklung neuartiger Polymere, werden auch die sozialwissenschaftlichen und ökonomischen Aspekte untersucht – also die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Gesellschaft, Wirtschaft und am Ende auch auf rechtliche Rahmenbedingungen, was LimnoPlast von anderen bisher gestarteten Initiativen unterscheidet.

Ziel ist es, sowohl die innereuropäische Kooperationskultur zu stärken als auch den Dialog zwischen Industrie, Forschungseinrichtungen, Politik und Umweltorganisationen zu fördern. Zusammen mit zwölf europäischen Projektpartnern, die sich direkt an der wissenschaftlichen Förderung und Begleitung der Doktorandinnen und Doktoranden beteiligen, sind weitere zwölf Partnerorganisationen aus Wissenschaft und Wirtschaft in das Projekt einbezogen, welches von der Universität Bayreuth koordiniert wird.

Die Kontaktstelle ConTact war maßgeblich an der Vorbereitung und Koordination des Projektantrags LimnoPlast beteiligt. LimnoPlast wurde erstmals im Jahr 2015 im Rahmen des EU-Programms “Exzellente Wissenschaft” eingereicht. In den letzten vier Jahren organisierte die Kontaktstelle die administrativen Aufgaben, koordinierte das gesamte Konsortium und gab Ratschläge und Feedback bei der Wiedereinreichung des Antrags, der schließlich 2019 bewilligt wurde. In enger Zusammenarbeit mit dem Koordinator Prof. Dr. Christian Laforsch, übernimmt der Chemie-Cluster Bayern auch das Projektmanagement für die nächsten vier Jahre. Neben den Vertragsvorbereitungen mit der europäischen Kommission wurde bereits die zugrundeliegende administrative Struktur des Projektes geschaffen und das erst Kick-off Meeting vergangenen November erfolgreich durchgeführt.

Weitere Informationen zum Projekt

Bei Fragen oder Anmerkungen zum Projekt wenden Sie sich an Frau Dr. Elisabeth Rieger rieger@chemiecluster-bayern.de oder Herrn Christoph Habel habel@chemiecluster-bayern.de.