
Wie aus einer Idee ein marktreifes Produkt wird, zeigt ein erfolgreich umgesetztes Projekt unseres Chemie-Clusters: Der Lack- und Spachtelmassenhersteller MIPA SE war auf der Suche nach alternativen, nachhaltigen Füllstoffen für eine neue Produktlinie. Ziel war es, pulverförmige, unlösliche Stoffe als Ersatz für klassische mineralische Füllstoffe zu prüfen – idealerweise aus Rest- oder Recyclingmaterialien.
Innerhalb kurzer Zeit konnten wir MIPA drei potenzielle Partnerunternehmen vorschlagen, die über passende Materialien und Expertise verfügten. Zwei dieser Kontakte führten zu von uns moderierten Vernetzungsgesprächen – mit offenem Austausch über Anforderungen, technische Machbarkeit und Nachhaltigkeitspotenzial.
Ein Gespräch mit der Otto. A. Müller Recycling GmbH, einem auf Roh- und Reststoffe spezialisierten Unternehmen, brachte schließlich die entscheidende Idee: Korkmehl, ein feinkörniges Nebenprodukt aus der Fußbodenherstellung, könnte als funktioneller Füllstoff dienen.
Korkmehl, als Sekundärrohstoff mit vorteilhaften Eigenschaften wie geringer Härte, natürlicher Farbgebung und rheologischer Wirkung, überzeugte im Praxistest als funktioneller Füllstoff in Spachtelprodukten. Diese Materialeigenschaften tragen maßgeblich dazu bei, dass das fertige Produkt über optimale Deckkraft, exzellente Schleifbarkeit und hohen Verarbeitungskomfort verfügt.
Nach internen Optimierungen präsentierte MIPA auf der FAKUMA-Messe 2024 das Ergebnis: einen styrolfreien 2K-PE-Leichtspachtel, der auf natürlichen und regenerativen Füllstoffen basiert. Das Produkt überzeugt dabei nicht nur durch seine Nachhaltigkeit, sondern auch durch seine ausgezeichneten Produkteigenschaften.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie intelligente Nutzung nicht vermeidbarer Nebenströme zur Entwicklung marktfähiger, nachhaltiger Produkte führt und neue Anwendungspotenziale erschließt. Dank gezielter Partnervermittlung und Impulse aus dem Cluster konnte eine konkrete Lösung geschaffen werden, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugt.
Ob nachhaltige Rohstoffe, industrielle Nebenprodukte oder zukunftsfähige Rezepturen: Wir unterstützen unsere Partner dabei, neue Ansätze schnell in konkrete Produkte zu überführen. Mit Erfahrung, Branchenwissen und einem starken Netzwerk.
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In der Welt der Chemie dreht sich alles um Reaktionen und Verbindungen. Doch manchmal sind es nicht die chemischen, sondern die menschlichen Verbindungen, die zu den spannendsten Reaktionen führen. Eine kürzlich erlebte Erfolgsstory im Chemie-Cluster zeigt eindrucksvoll, wie stark unser Netzwerk ist und wie wir uns für Nachhaltigkeit einsetzen.
Ein Innovationszentrum in Franken bot eine nicht mehr benötigte Abfüllanlage kostenlos zur Abholung an. Statt sie zu entsorgen, sahen wir darin eine Chance für unser Netzwerk und informierten unsere Mitglieder. Die Resonanz war überwältigend: Innerhalb von fünf Minuten erhielten wir die erste Rückmeldung aus unserem Netzwerk. Insgesamt meldeten sich drei interessierte Unternehmen.
Innerhalb von zwei Wochen fand die Anlage bei einem mittelständischen Unternehmen in Bayern ihr neues Zuhause – eine echte Win-Win-Situation.
Mehr als nur Vermittlung
Diese Geschichte zeigt die Vorteile einer Chemie-Cluster-Mitgliedschaft:
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Copryright: ECKART GmbH & Lignopure GmbH
Im Rahmen unserer Clusterarbeit ist es uns ein Anliegen Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenzubringen und Kooperationen anzustoßen. Dies ist uns auch in der erfolgreichen Zusammenarbeit von Lignopure und ECKART gelungen, die im Mai 2023 ihre gemeinsame Vertriebspartnerschaft verkündeten. Diese Partnerschaft beeinflusst den Vertrieb und die Entwicklung von Kosmetikformulierungen mit multifunktionalen upgecycelten Inhaltsstoffen des Start-ups Lignopure positiv.
Bereits im Jahre 2021 startete die erfolgreiche Reise der gemeinsamen Kooperation. Im Rahmen eines unserer regelmäßig stattfindenden Mitgliedsgespräche erfuhren wir von ECKART von Ihrem Interesse an nachhaltigen Inhaltsstoffen und biobasieren Substanzen. Nach ausführlicher Recherche wurde ECKART eine Liste mit möglichen Start-ups und Unternehmen vorgestellt und Lignopure als interessant Partner identifiziert. Bereits im April 2021 fand ein erstes Kennenlerngespräch statt, das vom Chemie-Cluster initiiert und moderiert wurde. Die Gespräche waren vielversprechend und im Anschluss fand der erste Probenaustausch statt und die gemeinsame Zusammenarbeit startete.
Wir wünschen weiterhin viel Erfolg für die gemeinsame Zusammenarbeit!
“Als Startup und kleines Unternehmen ist es von entscheidender Bedeutung Zugang zu Partnern zu haben, die Ihnen helfen können, Ihre Entwicklung zu beschleunigen oder Ihre Geschäftsidee zu validieren. In unserem Fall ist der Cluster aufgrund der Ausrichtung auf Chemie, Biotechnologie und Bioökonomie besonders relevant. ECKART, das uns vom Chemie Cluster Bayern vorgestellt wurde, war nicht nur für unsere kommerzielle Entwicklung relevant, sondern wir haben auch einen Partner gewonnen, der von Anfang an uns geglaubt hat und den Weg der Unternehmens- und Produktentwicklung in den vergangenen Jahren gemeinsam mit uns gegangen ist. Wir sind sehr dankbar für diese Gelegenheit und möchten andere Startups ermutigen, ihre Netzwerke über Plattformen wie CCB zu erweitern“
Joana Gil – Gründerin und CEO von Lignopure GmbH
„Es ist eine Bereicherung gewesen, in den letzten Jahren mit dem Chemie-Cluster zu arbeiten. Dank ihnen, sind wir zusammen mit diesen motivierte Gründerinnen und ihrer inspirierenden und nachhaltigen Technologie zusammen gekommen und nun dürfen wir uns auf einer spannenden und vielversprechende Kooperation freuen“.
Paloma Moya del Valle – Global Head of Cosmetics, Marketing & Technical Service von Eckart GmbH
Lignopure GmbH:
Das Start-up Lignopure GmbH wandelt Roh-Lignin in funktionale, biobasierte Alternativen und Zwischenprodukte für die Kosmetikindustrie sowie neue Materialien um. 2022 errichtete Lignopure seine erste Produktionsanlage in Hamburg, um hochwertige Produkte und Materialien auf Ligninbasis für eine Vielzahl industrieller Anwendungen herzustellen.
ECKART GmbH:
Die ECKART GmbH, ein Unternehmen der Altana AG, ist ein Hersteller von Effektpigmenten. Produkte von ECKART finden in der Lack- und Druckindustrie, der Kunststoff- und Porenbetonindustrie sowie in der Kosmetik und der additiven Fertigung Verwendung.
Original Pressemitteilung: New distribution partnership: Lignopure & ECKART
Wie können Reststoffe aus der Produktion sinnvoll genutzt und verwertet werden? Diese Frage wird in Zeiten von Rohstoffknappheit und Ressourceneffizienz immer wichtiger. Im Sinne einer nachhaltigen und kreislauffähigen Wirtschaftsweise muss zukünftig auch den Reststoffen eine neue Rolle zukommen.
Für die Holzreste, die bei der Furnierherstellung bei Fritz Kohl Concepts anfallen, konnten wir zusammen mit dem Cluster Neue Werkstoffe (Cross-Cluster-Projekt 2021) eine neue nachhaltige Weiterverarbeitungsmethode finden. Die Holzreste wurden in der Vergangenheit zur Energiegewinnung verbrannt und die Asche kostenpflichtig deponiert. Eine neue und innovative Lösung musste her, um die Deponierung zu vermeiden und Kosten zu sparen. Wir initiierten und moderierten daraufhin drei Vernetzungsgespräche zwischen Fritz Kohl Concepts mit zwei Start-ups und einem KMU und diskutierten Weiterverwendungsmöglichkeiten der Holzreste bzw. der anfallenden Asche. Am interessantesten wurde die Möglichkeit bewertet die anfallenden Holzreste in einer Pyrolyse-Anlage in Pflanzenkohle umzuwandeln. Diese Methode erlaubt nicht nur die Nutzung der entstehenden Abwärme in der Produktion, auch die Pflanzenkohle kann anschließend als Bodenverbesserungsmittel oder Futtermittel-Additiv genutzt werden. In einem Folgegesprächen vor Ort, wurde bereits die örtliche Produktionsanlage besichtigt.
Die aktuelle öffentliche Diskussion zu Kunststoffabfall als Problem unserer Zeit fordert ein schnelles Umdenken der Branche. Um eine nachhaltige Kunststoffkreislaufwirtschaft in naher Zukunft zu etablieren, müssen die Akteure entlang der Wertschöpfungskette enger zusammenarbeiten. Der Chemie-Cluster Bayern hat diese Notwendigkeit erkannt und einen Additiv- und Pigmenthersteller mit einem Kunststoff-Recyclingunternehmen zusammengebracht.
Bei der Herstellung von Verpackungskunststoffen werden in der Regel Additive und Pigmente verwendet, um die gewünschten funktionalen und optischen Eigenschaften zu erreichen. Neben Druckfarben und organischen Kontaminanten stellen diese Zusatzstoffe im Recycling die größte Herausforderung dar, wenn es darum geht, ein hochwertiges Rezyklat herzustellen, welches sich in der Verpackungsherstellung wiederverwenden lässt.
Genau hier setzt die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen an, die die Entwicklung neuer Additive und Pigmente zum Ziel hat. Diese sollen die Recyclingfähigkeit von Kunststoffen und zusätzlich die Qualität von Rezyklaten verbessern. Die Kombination aus breitem Wissen eines etablierten Chemieunternehmens mit einer neuen, lösemittelbasierter Recyclingtechnologie duch ein Startup ermöglicht neue nachhaltige Lösungen, die mit konventionellen Technologien bislang nicht erreichbar waren.
Eine weitere Kooperation wurde zwischen einem weltweit führenden Anbieter von Dünnschichttechnologie, der kontinuierlich nach innovativen Lösungen für funktionelle Oberflächen sucht, die in einer Vielzahl von Produkten verwendet werden und einem Hersteller von Querschnittsmaterialien mit chemisch-technischem Hintergrund initiiert. Dieses Unternehmen entwickelte eine Nanosilberformulierung, die einerseits elektrische Leitfähigkeit der Oberflächen und andererseits antimikrobielle Eigenschaften verleiht.
Auf Initiative des Chemie-Cluster Bayern fand ein erstes Kennenlernen statt. Im gemeinsamen Brainstorming wurden potenzielle Anwendungsfelder identifiziert, woraufhin in den Folgemonaten eine Bemusterung und gemeinsame Produktentwicklung stattfand. Die Ergebnisse dieser erfolgreichen Kooperation unterliegen der Verschwiegenheit.
Durch unser internationales Netzwerk gelang es dem Chemie-Cluster Bayern, einen Hersteller von Dispersionsmittel auf der Suche nach einem Lohnhersteller für seinen strategischen Geschäftsausbau zu unterstützen. Über ein Partnercluster in Aquitanien konnte ein möglicher Kooperationspartner in Frankreich, mehr als 1500 km vom deutschen Standort entfernt, identifiziert werden. In nur wenigen Arbeitstagen organisierte der Chemie-Cluster einen Austausch. Die beiden Vertragsparteien entschieden sich schließlich für den Abschluss von Geheimhaltungsvereinbarungen und für den Tausch erster Produktionsproben gemäß den Anforderungen des bayerischen Auftraggebers. Die Kooperation konnte noch im gleichen Jahr vertraglich geregelt und realisiert werden und begründet einen alternativen Marktzugang in Westeuropa für den bayerischen Dispersionsmittelhersteller.