
Der Wald ist in Bayern nicht nur prägend für das Landschaftsbild, sondern auch ein zentraler Rohstofflieferant: Über ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Davon entfallen knapp zwei Drittel auf Nadelholz – vor allem Fichte – und gut ein Drittel auf Laubholz wie Buche und Eiche. Diese Unterscheidung ist nicht nur für Forstwirtschaft und Sägeindustrie relevant, sondern auch für die stoffliche Nutzung von Holz, wie sie im Projekt BAMBI – Marktpotenzial holzbasierte Bioökonomie – im Zentrum steht.
Aktuell verändert sich der Holzmarkt stark: Die Schließung traditioneller Abnehmer wie Papierfabriken, etwa des Werks von UPM in Ettringen oder Sappi in Stockstadt, zeigt, dass klassische stoffliche Verwertungswege zurückgehen (Quelle: BVSE, 2023). Gleichzeitig bleiben große Mengen Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verfügbar. Das eröffnet neue Potenziale für eine wertschöpfende Nutzung.
Chemisch betrachtet setzt sich Holz hauptsächlich aus drei Bestandteilen zusammen:
Cellulose, Hemicellulose und Lignin – gemeinsam machen sie rund 95–98 % des Holzes aus. Die exakte Zusammensetzung variiert je nach Baumart (Laub- vs. Nadelholz), Alter des Holzes und Standortbedingungen.
Das Projekt BAMBI verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Holz soll möglichst vollständig verwertet und all seine Bestandteile gezielt stofflich eingesetzt werden, on hochwertigem Stammholz bis zu Reststoffen wie Sägespänen, Schnittresten und Nebenprodukten aus der chemischen Aufspaltung. Hier spielt das Prinzip der Kaskadennutzung, also die mehrfache stoffliche Nutzung von Holz über verschiedene Stufen hinweg, eine wichtige Rolle.
Im Fokus stehen auch die Holzbestandteile Hemicellulose und Lignin, deren Nutzung bislang begrenzt ist. Ihre chemische Struktur macht sie jedoch zu vielversprechenden Ausgangsstoffen für biobasierte Materialien, Chemikalien und Hochleistungsprodukte.
Ziel von BAMBI ist es, durch den Austausch von Stakeholder:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette neue Nutzungspfade in Bayern zu erschließen, die den Rohstoff Holz in seiner Gesamtheit ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich attraktiv und technologisch innovativ verwerten.
Im Projekt BAMBI wollen wir Impulse für eine effizientere Nutzung der in Bayern verfügbaren Holzressourcen geben. Dazu gehören sowohl kurzfristig umsetzbare Ansätze wie die bessere Verwertung von Totholz durch regionale Sägewerke als auch langfristige Perspektiven im Bereich biobasierter Materialien und innovativer Verfahren. BAMBI bietet eine Plattform für Vernetzung, Austausch und Wissenstransfer – und schafft damit die Grundlage für Innovationen und neue Entwicklungen.
Am 22. Oktober findet unser Beteiligungsworkshop für Stakeholder:innen entlang der Wertschöpfungskette von Holz im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie in München statt.


