Hot Seat: Thomas Wackerbauer | ARCHROMA International (Germany) GmbH

Datum: 25 März, 2026

Die chemische Industrie steht vor großen Herausforderungen – von Nachhaltigkeit bis zu innovativen Lösungen für globale Märkte. Thomas Wackerbauer von Archroma erklärt, wie das Unternehmen mit maßgeschneiderten Spezialchemikalien, flexibler Lohnfertigung und ambitionierten Nachhaltigkeitszielen nicht nur Branchenstandards setzt, sondern auch seinen Kunden echten Mehrwert bietet.

Hallo Herr Wackerbauer!
Archroma ist ein breit aufgestellter Lieferant für spezielle Chemikalien. Welchen Prinzipien wird dabei gefolgt, welche Branchen werden angesprochen und daraus resultierend, welche Art von Lohnfertigung kann Archroma anbieten?

ARCHROMA bedient viele Industriezweige, wie die Textilindustrie (Farbstoffe, Textilveredelung, funktionelle Ausrüstungen), Verpackungs- und Papierindustrie (Farbstoffe, optische Aufheller, Barrierelösungen) oder Beschichtungen, Klebstoffe und Bauchemie.

Wir stellen kundenspezifische Spezialchemikalien nach individuellen Rezepturen nach Kundenvorgabe her und können Klein- und Großserienproduktionen an unserem Standort anbieten.
Dabei sichern wir die erzeugten Produkte Qualitäts- und regulatorisch mit allen gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Dokumentation, Analytik, Qualitätskontrolle und der Einhaltung internationaler Standards ab.

Hierbei steht die Nachhaltigkeit (der sogenannte „The Archroma Way“) als Chemiehersteller im Vordergrund. Hier geht es um die Entwicklung umweltfreundlicher und sicherer Chemielösungen, die Reduktion von Wasser-, Energie- und Ressourcenverbrauch bis hin zur Förderung von Kreislaufwirtschaft und verantwortungsvoller Beschaffung.

Wir setzen auf Innovation und Performance mit unseren Hochleistungschemikalien mit funktionalem Mehrwert und maßgeschneiderte Lösungen für spezifische Kundenanforderungen.

Im Besonderen fokussieren wir uns auf Kundenorientierung, einer engen Zusammenarbeit mit Industriekunden und deren Entwicklung individueller Rezepturen und Systemlösungen.

Sie haben derzeit Leerstand in Ihren Anlagen, der wieder befüllt werden soll. Für welche Firmen ist das interessant und welche Möglichkeiten bieten sich hier?

Freie Anlagenkapazitäten können gezielt für Lohnfertigung genutzt werden, insbesondere für kleinere Spezialchemieunternehmen, internationale Firmen ohne eigene Produktion oder Unternehmen mit temporärem Kapazitätsbedarf.

Durch vorhandene Infrastruktur und Know-how kann ARCHROMA verschiedene Dienstleistungen anbieten:

Das reicht von Produktionen Spezialchemie nach Kundenspezifikation, Klein- und Großserien bis zu Scale-up und Pilotproduktion.
Auch bieten wir durch unsere Infrastruktur und Bauflächen ideale Bedingungen für Neuansiedlungen von Start-Up- oder international tätigen Unternehmen. Büro- und Laborflächen, Lagerflächen im Hochregallager stehen ebenso zur sofortigen Nutzung zur Verfügung wie Bauland für größere Expansionen für Unternehmen.

Hieraus ergibt sich ein einzigartiger Vorteil:
Die Kunden können dabei die bestehende Infrastruktur, Qualitätsstandards und Branchenexpertise der ARCHROMA nutzen, um flexible Produktionslösungen für sich zu nutzen und wiederum ihren Kunden anbieten, oder aber auch im großen Maßstab mit uns zu wachsen. Besonders in einer sehr gut angebundenen Verkehrslage nördlich von Augsburg an der B2 ist dies für jedes Unternehmen ein sehr großer Vorteil

Wie reagieren Sie auf aktuelle Markttrends, wie die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Chemikalien und die Verknappung von Ressourcen?

Wir reagieren auf Markttrends, indem wir nachhaltige Produkte entwickeln, unsere eigenen Produktionsprozesse effizienter gestalten und eng mit Kunden zusammenarbeiten.
Dadurch können wir Ressourcen schonen, regulatorische Anforderungen erfüllen und gleichzeitig neue Marktchancen für ARCHROMA und seinen Kunden erschließen.

Wie werden diese ambitionierten Nachhaltigkeitsziele in ihre Fertigungsprozesse integriert und wie profitieren die Kunden davon?

Archroma integriert Nachhaltigkeit direkt in seine Produktionsprozesse durch ressourceneffiziente Technologien, nachhaltige Rohstoffe und transparente Standards. Kunden profitieren dadurch von effizienteren Prozessen, regulatorischer Sicherheit und Produkten, die ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

Gibt es noch etwas, was Sie unseren LeserInnen mit auf den Weg geben wollen?

Abschließend möchte ich betonen, dass die chemische Industrie eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung vieler globaler Herausforderungen spielt – insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und innovative Materialien.

Unternehmen wie ARCHROMA zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und verantwortungsvolles Handeln kein Widerspruch sein müssen, sondern sich gegenseitig stärken können.

Gerade durch enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Rohstofflieferanten über Hersteller bis hin zu den Endkunden – können wir Lösungen entwickeln, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig sind.

Mein Wunsch an die Leserinnen und Leser wäre daher, offen für neue Technologien und nachhaltige Ansätze zu bleiben.

Denn die Transformation hin zu einer ressourcenschonenderen Industrie gelingt nur gemeinsam – durch Kooperation, Innovationsgeist und langfristiges Denken.

Ihr Thomas Wackerbauer

Über Thomas Wackerbauer

Thomas Wackerbauer ist Werksleiter des Produktionswerks von ARCHROMA International (Germany) GmbH in Langweid bei Augsburg. In dieser Funktion verantwortet er den Betrieb eines modernen Spezialchemie-Standorts innerhalb des ARCHROMA – Konzerns mit Produktions-, Labor- und Scale-up-Kapazitäten. Sein Fokus liegt auf der Weiterentwicklung des Standorts, der Zusammenarbeit mit Industriepartnern und der Förderung von Innovation im Bereich Spezialchemikalien.

Über das Werk Langweid

Das Werk in Langweid ist in das globale Netzwerk des ARCHROMA-Konzerns eingebunden. Zu den Kernkompetenzen gehören eine moderne Produktion, eine globale Prozessentwicklung mit einem Pilotbetrieb sowie eine Forschungsabteilung für Textilchemikalien. Von den rund 5.000 Mitarbeitenden des ARCHROMA-Konzerns, arbeiten rund 130 Kolleginnen und Kollegen im Werk Langweid.