
Ceresana unterstützt Unternehmen mit fundierten Marktanalysen und praxisnaher Beratung. Im Gespräch mit CEO Oliver Kutsch geht es um zentrale Fragen der Strategiearbeit, aktuelle Herausforderungen der chemischen Industrie und die Chancen neuer Märkte wie der Bioökonomie.
Welche Fragen beantworten Sie für Ihre Kunden mit Ihren Lösungen im Bereich der Marktforschung?
Antwortmöglichkeit 1(positives Beispiel):
Wir beantworten für unsere Kunden vor allem die Fragen, die in der täglichen Strategiearbeit wichtig sind. Zum Beispiel: Wo lohnt es sich, weiter zu investieren? Das kann heißen: Welches Land wächst gerade besonders stark, wo gibt es den passenden Absatzmarkt für mein Produkt oder welche Branche ist im Moment interessant für neue Investitionen?
Ein weiterer Punkt ist der Blick auf den Wettbewerb: Welche neuen Anbieter drängen in den Markt? Gibt es Übernahmen, Zusammenschlüsse oder Innovationen, die für mich relevant sein könnten?
Auch entlang der Wertschöpfungskette schauen wir genau hin: Wo finde ich gute Beschaffungsmöglichkeiten, wo sind Kosten oder Risiken geringer?
Und natürlich geht es auch um die Kunden selbst: Welche Entwicklungen beeinflussen die Nachfrage? Welche Produkte oder Angebote gewinnen an Bedeutung?
Am Ende liefern wir mit unseren Studien genau die Daten, die man braucht, um diese Fragen zuverlässig zu beantworten. Und wenn es um sehr spezifische Themen geht, entwickeln wir zusammen mit unseren Kunden individuelle Studien – ganz konkret zugeschnitten auf die jeweilige Situation.
Antwortmöglichkeit 2 (mit momentaner Wirtschaftlicher Lage im Blick)
Wir beantworten für unsere Kunden vor allem die Fragen, die in der täglichen Strategiearbeit wichtig sind. Zum Beispiel: Wo lohnt es sich trotz einer schwachen Konjunktur noch zu investieren – und wo sollte man lieber vorsichtig sein? Das kann heißen: In welchem Land bleibt die Nachfrage auch in einer Rezession stabil? Oder: Welche Branche bietet selbst im Abschwung noch Chancen?
Ein weiterer Punkt ist der Blick auf den Wettbewerb: Welche neuen Anbieter drängen gerade auf den Markt, vielleicht weil sie von der Krise profitieren? Gibt es Übernahmen oder Zusammenschlüsse, die für meine Positionierung relevant sind?
Auch entlang der Wertschöpfungskette schauen wir genau hin: Wo finde ich in unsicheren Zeiten verlässliche Beschaffungsmöglichkeiten? Und wo lassen sich Kosten reduzieren, ohne Qualität zu verlieren?
Und natürlich geht es um die Kunden selbst: Welche Bedürfnisse verändern sich gerade? Welche Produkte werden in einer Rezession wichtiger – und welche verlieren an Bedeutung?
Am Ende liefern wir mit unseren Studien genau die Daten, die man braucht, um solche Fragen zuverlässig zu beantworten. Und wenn es um sehr spezifische Themen geht, entwickeln wir zusammen mit unseren Kunden individuelle Studien – ganz konkret zugeschnitten auf die jeweilige Situation.
Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Ceresana und Unternehmen konkret aus und ist eine Zusammenarbeit auch im Rahmen von Förderprojekten denkbar?
In vielen Fällen greifen Unternehmen einfach auf unsere bestehenden Marktstudien zurück – die sind sofort verfügbar und liefern eine sehr gute Grundlage für Entscheidungen. Wenn es spezieller sein soll, arbeiten wir in Form von Auftragsstudien enger zusammen: Dann entwickeln wir die Studie gemeinsam mit dem Kunden und passen die Inhalte genau auf die jeweilige Fragestellung an.
Und was Förderprojekte betrifft: Da sind wir offen und bringen gerne unsere Erfahrung ein. Wenn ein Unternehmen also überlegt, ein Projekt über Fördermittel umzusetzen, unterstützen wir das und freuen uns über entsprechende Anfragen.
Basierend auf Ihrer langjährigen Erfahrung, wie beurteilen Sie die aktuelle Marktsituation in Deutschland und die Herausforderungen der chemischen Industrie?
Die deutsche Chemieindustrie sieht sich mit einer schwierigen Marktsituation konfrontiert, geprägt von schwacher Nachfrage und steigenden Kosten, besonders für Energie, Arbeit und bürokratische Hürden. Unternehmen erwarten für 2025 eine Stagnation der Produktion oder sogar einen Rückgang, was zu einer geringen Anlagenauslastung und Unsicherheiten bei Investitionen führt.
Können Sie unseren Mitgliedern Empfehlungen geben, welche Produkte, Kompetenzen oder Geschäftsmodelle aus Ihrer Sicht aktuell am dringendsten benötigt werden?
In Deutschland und Europa braucht die chemische Industrie vor allem nachhaltige Produkte wie biobasierte Rohstoffe, recycelbare Materialien und CO₂-arme Chemikalien. Besonders gefragt sind Kompetenzen in Green Chemistry, Biotechnologie, Prozess-Elektrifizierung sowie in Digitalisierung und Datenmanagement. Geschäftsmodelle verschieben sich hin zu Kreislaufwirtschaft, Chemicals-as-a-Service und Partnerschaften über Wertschöpfungsketten hinweg. Treiber sind strenge EU-Regulierungen, steigende Energiepreise und der Druck zur Dekarbonisierung.
Wie beurteilen Sie die Entwicklungen im Bereich Bioökonomie? Erfüllt die deutsche Bioökonomie Ihre Erwartungen oder hätten Sie sich weiterreichende Auswirkungen gewünscht?
Auf der einen Seite sind die hohen Wachstumsraten der von uns analysierten bioökonomischen Märkte ein sehr gutes Zeichen. Gerade bei Endverbraucher-Produkten sehen wir, dass das Bewusstsein bereits teilweise da ist und Vorteile wie zum Beispiel biologische Abbaubarkeit den Marktanteil stärken können. Auf der anderen Seite gelingt es biobasierten Materialien aber bisher nur selten, ihre Nischen wirklich zu verlassen und sich als konkurrenzfähige Alternative zu petrochemischen Produkten durchzusetzen. Dafür wäre noch deutlich mehr Förderung durch die EU notwendig.
Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim mit Diplomabschluss begann die berufliche Laufbahn bei der Pfleiderer AG, einem damals im MDax notierten Holzwerkstoffkonzern. Dort erfolgte zunächst der Einstieg als Trainee in der zentralen Materialwirtschaft, anschließend die Tätigkeit als Referent in der Stabsabteilung Strategic Sourcing der Konzernholding.
Anfang der 2000er Jahre folgte die Gründung von Ceresana, das sich seitdem zu einem führenden Marktforschungs- und Beratungsunternehmen für die Industrie entwickelt hat. Als wissensbasierter Dienstleister beliefert das Unternehmen heute mehr als 10.000 Kunden in 60 Ländern mit hochwertigen Analysen. Die Spezialisierung liegt auf den Märkten Kunststoffe, Chemikalien, Industriegüter, Automotive, Verpackungen und Bio-Ökonomie. Das Angebot umfasst umsetzungsorientierte Beratung, maßgeschneiderte Auftragsstudien sowie über 250 auftragsunabhängige Marktstudien.