
Dr. Estelle Clerc ist am 9. Dezember als Expertin in unserem Spotlight-Webinar „Wasser als kritische Ressource der Zukunft – Technologien für eine nachhaltigere Chemieindustrie“ dabei und stellt dort CellX Biosolutions vor.
Sie freut sich darauf, direkt mit Ihnen in den Austausch zu treten und Ihre Fragen zu beantworten.
CellX Biosolutions ist ein Cleantech-Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, extrem langlebige Industriechemikalien abzubauen – allen voran die Ewigkeitschemikalien PFAS.
Wir haben Technologien entwickelt, mit denen wir in der Natur seltene Bakterien aufspüren können, die tatsächlich in der Lage sind, diese Stoffe abzubauen – Mikroben, die mit herkömmlichen Methoden nie entdeckt würden. Diese Bakterien kultivieren wir und kombinieren sie zu maßgeschneiderten mikrobiellen Konsortien, die in belasteten Industrieabwässern, Böden oder im Grundwasser eingesetzt werden können.
Unsere Vision geht jedoch weiter: Wir wollen weg von energieintensiven Verfahren wie der Verbrennung und stattdessen biologische Lösungen nutzen, um Verschmutzungen direkt an der Quelle zu beseitigen – nicht nur in flüssigen Abwässern, sondern auch an stark belasteten Standorten, deren Böden heute als „Altlasten“ gelten. Solche Flächen möchten wir wieder nutzbar und ökologisch wertvoll machen.
Unser Ziel ist es, Sanierungsmethoden zu schaffen, die sowohl nachhaltig für die Industrie als auch regenerativ für Umwelt und Ökosysteme sind.
Derzeit konzentrieren wir uns stark darauf, unsere mikrobiellen Konsortien mit realen Industrieproben zu testen. Wir arbeiten parallel an mehreren Anwendungsfeldern: belasteten Böden, hochkonzentrierten Abwässern aus Verfahren wie Schaumfraktionierung oder Umkehrosmose, sowie festen Materialien wie Aktivkohle oder Ionenaustauscherharzen.
Bis 2026 werden wir gemeinsam mit unseren Industriepartnern eine Reihe von Lab-Piloten durchführen, die uns diese verschiedenen kontaminierten Matrizes zur Verfügung stellen.
Ziel ist es, herauszufinden, in welchen Anwendungen unsere Mikroben am effektivsten arbeiten – diese wollen wir dann ab 2027 in die ersten industriellen Pilotanlagen überführen.
Die meisten Unternehmen melden sich bei uns, weil sie PFAS in ganz unterschiedlichen Medien haben – in Böden, konzentrierten Abwässern, Aktivkohle oder Harzen – und testen möchten, wie gut unsere Bakterien damit umgehen können.
Andere kommen auf uns zu, weil sie mit Schadstoffen zu tun haben, die derzeit ausschließlich verbrannt werden, da sie als „nicht biologisch abbaubar“ gelten.
In solchen Fällen starten wir ein Discovery-Projekt: Wir gehen zurück in die Natur, suchen mit unseren Tools nach neuen Bakterien und entwickeln ein maßgeschneidertes mikrobielles Konsortium für genau diesen Schadstoff und den jeweiligen Abfallstrom.
Kurz gesagt:
Wenn ein Unternehmen einen persistenten Schadstoff hat, für den es außer Verbrennung keine echte Lösung gibt – dann sind wir genau der richtige Ansprechpartner.
Wir suchen aktiv die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die vor besonders hartnäckigen Abfall- und Schadstoffproblemen stehen.
Wenn ein Schadstoff heute als „nicht behandelbar“ gilt, freuen wir uns darauf, gemeinsam mit euch neue Lösungen zu entwickeln.
Estelle Clerc, PhD, ist CEO und Mitgründerin von CellX Biosolutions, einem Spin-off der ETH Zürich, das mikrobiologische Lösungen für PFAS und andere langlebige Schadstoffe entwickelt.
Sie promovierte in Umwelttechnik und mariner Mikrobiologie an der ETH Zürich und forschte zuvor am MIT.
Bei CellX verantwortet Estelle die wissenschaftliche Strategie, die Zusammenarbeit mit Industriepartnern sowie die Markteinführung neuer biologischer Abbautechnologien für einige der weltweit schwierigsten Schadstoffe.