Biotenside: Von der Herstellung bis zur Anwendung | Abschlusskonferenz der Allianz Biotenside

Datum: 04.02.2026, 8:30

Mikrobiell hergestellte Biotenside stellen eine nachhaltige Alternative zu chemisch synthetisierten, fossilbasierten Tensiden dar – in Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetik oder Pflanzenschutz. Nach sieben Jahren intensiver Entwicklung und Optimierung präsentieren Unternehmen und Forschungseinrichtungen der „Innovationsallianz Biotenside“ erstmals ihre Ergebnisse und zeigen auf, wie sich Biotenside aus verschiedenen Rohstoffen mit robusten, regel- und steuerbaren Fermentations- und Aufarbeitungsverfahren skalierbar herstellen lassen. Anwender stellen ausgewählte Use-Cases vor – mit Einblicken in Formulierbarkeit, Leistungsprofile und Nachhaltigkeitsaspekte.

Die Innovationsallianz Biotenside bringt erstmals in Deutschland führende Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen, um nachhaltige und industriell skalierbare Alternativen zu herkömmlichen, fossilbasierten Tensiden zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen biotechnologische Produktionswege auf Basis heimischer, nachwachsender Roh- und Reststoffe sowie eine fundierte Bewertung ihrer Einsatzmöglichkeiten – etwa in Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetik, der Bioremediation, im Pflanzenschutz, in Lebensmitteln oder als Schmierstoffkomponenten.

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen ersten Projektphase (2018–2020), in der potenzielle Rohstoffe untersucht, geeignete Mikroorganismen ausgewählt und erste Anwendungen getestet wurden, konzentrierte sich Phase 2 auf die Weiterentwicklung der Fermentations- und Aufarbeitungsprozesse. Die Verfahren wurden stabilisiert, regelbar gemacht und für eine schrittweise Skalierung vorbereitet. Dadurch konnten größere Mustermengen bereitgestellt werden, um offene Fragen zur Leistungsfähigkeit in den Zielanwendungen verlässlich zu evaluieren.

Auf der Abschlusskonferenz präsentieren die Projektpartner wissenschaftlich fundierte Ergebnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette und geben einen Ausblick auf mögliche Umsetzungspfade in die Praxis. Anwenderunternehmen zeigen ausgewählte Use Cases – inklusive Erfahrungen zur Formulierbarkeit, zu Wirkprofilen und Nachhaltigkeitsaspekten, ohne dabei vertrauliche Details offenzulegen. Darüber hinaus erhalten Hersteller von Tensiden und tensidhaltigen Produkten Hinweise zur Übertragbarkeit der Ergebnisse sowie zu potenziellen nächsten Schritten.