Biolinks im Alpenraum

Zuletzt aktualisiert am: 14 Oktober 2020

Die Projektpartner von AlpLinkBioEco haben über 2000 Akteure im Alpenraum gesammelt und mehr als 225 potenzielle Biolinks identifiziert. Diese Biolinks sind Geschäftsmöglichkeiten, die auf Ideen für neue biobasierte Wertschöpfung basieren. Um zu überprüfen, ob diese Wertschöpfungsketten umsetzbar sind, haben die Projektpartner relevante Unternehmen aus dem Alpenraum in sogenannten „Piloting Sessions“ zusammengebracht. Diese exklusiven Online-Sitzungen boten den gematchten Unternehmen die Gelegenheit, die Realisierbarkeit der Geschäftsidee, ihre Erfolgschancen und Probleme, die für eine mögliche Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung sind, zu diskutieren.

Ein potenzieller Biolink wurde von den Projektpartner Chemie-Cluster Bayern, CSALP-University of Tuscia und Trentino Hub Innovation identifiziert. In Trient werden mehr als 80 Prozent der Rückstände aus der Forstwirtschaft und aus Sägewerken, wie Sägemehl und Hackschnitzel, nur energetisch verwendet. Daher besteht die Idee des Biolinks darin, das Material weiter zu verarbeiten und der Biomasse somit eine höhere Wertschöpfung zuzuführen. Die deutsche Firma LXP Group hat einen Prozess entwickelt, bei dem Biomasse bearbeitet und in Zellulose und Lignin geteilt wird. Das LX-Verfahren erzeugt keine Abfallströme und ein Wechsel zwischen verschiedenen Biomassen (z.B. von Hachschnitzel zu Gras) ist von einem Tag zum nächsten möglich. Die Zellulose und das Lignin können weiter in Chemikalien und Produkte mit hoher Wertschöpfung umgewandelt werden.

Eine mögliche strategische Partnerschaft zwischen den Biomasselieferanten in Trient (zusammen mit der örtlichen Handelskammer und dem nationalen Landwirtschaftsministerium) und dem Verarbeiter LXP in Deutschland wurden in einer „Piloting Session“ erörtert. Die Teilnehmenden befanden den Biolink für umsetzbar und evaluieren nun eine mögliche Zusammenarbeit. Um lange Transportwege zu vermeiden und die CO2-Emissionen zu reduzieren, könnte der Bau einer neuen LX-Prozessanlage in Trient eine Option sein. Derzeit wird die Biomasse der Region Trient von LXP getestet.

Zusätzlich zu demo ben erläuterten Biolink arbeitet die Projektpartnerschaft derzeit an mehr als 30 anderen Unternehmens-Matches um die biobasierte Wertschöpfung zu fördern. Darüber hinaus erstellen die Projektpartner Videos in denen die einzelnen Biolinks detailliert erläutert werden.

Über das Projekt:

AlpLinkBioEco ist ein Projekt zur Förderung einer nachhaltigen, regionalen Entwicklung im Alpenraum und erhält eine Fördersumme von zwei Millionen Euro aus dem Interreg-Alpine Space 2012-2020 Programm. Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt und läuft noch bis 2021. Ziel des Projektes ist es, eine Strategie für eine biobasierte Kreislaufwirtschaft über Regionalgrenzen hinweg zu entwickeln. Mithilfe eines digitalen Tools (Value Chain Generator) sollen neue, branchenübergreifende Wertschöpfungsketten in den Branchen Holz, Verpackung, Landwirtschaft und Chemie ermittelt und realisiert werden.