Unsere Geschichte

Die Cluster-Offensive Bayern, eine Initiative der Bayerischen Staatsregierung, zielt auf den Ausbau und die Stärkung landesweiter Netzwerke zwischen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, aber auch zwischen Dienstleistern und Geldgebern in 19 Schlüsselbranchen und Technologiefeldern. Die Initiative soll die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns nachhaltig stärken und den vorhandenen Standortvorteil weiter festigen.

Die Cluster-Offensive hat in der bayerischen Wirtschaft eine erhebliche Breitenwirkung erreicht: Mittlerweile nehmen rund 6.000 Unternehmen, davon die überwiegende Zahl aus dem Mittelstand, regelmäßig an den Aktivitäten der Cluster teil. Zudem haben die einzelnen Clusterteams seit dem Start der Initiative über 1.500 Veranstaltungen durchgeführt

Die renommierte Fraunhofer-Gesellschaft hat in einer aktuellen Untersuchung fast 2.000 Unternehmen über ihre Erfahrungen mit der Arbeit der Cluster befragt und kommt in ihrem Gutachten zu folgenden Ergebnissen:

  • Die einzelnen Clusterteams leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der in den Clustern mitwirkenden Unternehmen.
  • Die Cluster tragen zur Stärkung der Wissensbasis der Betriebe bei, beschleunigen die Einführung von neuen Technologien und erleichtern die Erschließung neuer Märkte.
  • Zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, mit Hilfe der Cluster von Kooperationen mit anderen Unternehmen zu profitieren.
  • Die Cluster-Offensive erreicht mit einer KMU-Quote von 62 Prozent eindeutig den bayerischen Mittelstand – auch in der chemischen Industrie.
  • Die Clusterförderung macht sich auch finanziell für den Freistaat bezahlt. Die Cluster haben bisher rund 70 Millionen Euro an Bundes- und EU-Mitteln für die Mitgliedsunternehmen eingeworben – davon entfallen allein auf das Chemie-Cluster Bayern schon mehr als 11 Mio. € allein für den Zeitraum der letzten 24 Monate.
Stark im Wettbewerb: Der Cluster-Zwischenkongress

Die Erfahrungen und Erfolge nach drei Jahren bayerischer Clusterpolitik werden auf dem Kongress der bayerischen Staatsregierung „Cluster-Offensive Bayern – Stark im Wettbewerb“ am 22.07.2009 im CCN Ost, Messezentrum Nürnberg vorgestellt. Der von mehr als 1700 Teilnehmern besuchte Kongress bot den 19 Clustern auch die Möglichkeit sich auf der angeschlossenen Messe der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Chemie-Cluster Bayern freute sich besonders auch die beiden Staatsminister Zeil und Heubisch an ihrem Stand begrüßen zu dürfen.

Zur Entwicklung des Chemie-Clusters Bayern
2007 - 2009: Das Cluster als Kooperationsbörse

Das Chemie-Cluster Bayern hat sich in den ersten Jahren seines Bestehens als breit akzeptierte, erfolgreiche Kontakt- und Kooperationsbörse etabliert. Ohne auf eine Vorgängerinitiative zurückgreifen zu können, konnte in den Jahren 2007–2009 eine Netzwerkplattform für 160 Mitglieder geschaffen werden, darunter große wie kleine Unternehmen, Universitäten und Fachhochschulen aus allen Bereichen der Chemie im weiteren Sinn. Der erfolgreiche Aufbau des Clusters in diesen Jahren war Ausdruck einer gemeinsamen Motivation der bayerischen Chemieverbände, der bayerischen Universitäten und der Landesregierung, durch Kontaktvermittlung und fachlichen Austausch zusätzliche Synergien in der chemischen Wertschöpfung nutzbar zu machen. Das Cluster-Management hat in dieser Phase seinen Schwerpunkt auf den Aufbau einer einzigartigen Datengrundlage gelegt, durch die projektindividuell für fast jede Anfrage ein geeigneter bayerischer Kooperationspartner identifiziert werden konnte.

2010 – 2012: Das Cluster als Projektentwickler

In den Jahren 2010 – 2012 wurde das Cluster – aufgrund des hohen, von ihm selbst erschlossenen Kooperationspotenzials und aufgrund zugemessener Kompetenz – zunehmend in Managementaufgaben von Verbundprojekten eingebunden. Das Cluster übernahm die Aufgaben eines Projektentwicklers, indem es von seinen Mitgliedern um Unterstützung bei Fördermittelanträgen, Projektcontrolling und Vermarktung der Projektergebnisse gebeten wurde. Strategisch wurde bewusst auf eine Begrenzung der Themen oder die Erhebung von Mitgliedsbeiträgen verzichtet, um die Eigendynamik eines „arbeitenden Kompetenznetzwerks“ nicht zu bremsen. Die Mit- gliederzahl wuchs in dieser Phase kontinuierlich: Nahezu alle neuen Mitglieder traten dem Cluster auf Eigen- initiative (in der Regel durch Empfehlung anderer Unternehmen) bei. Trotz fehlender Vereinsstruktur oder sonstiger Formalismen sind bis Ende 2012 über 70 % der Unternehmen „aktive Mitglieder“, die mit dem Cluster-Management jährlich in konkreten Projekten zusammenarbeiten. Das Cluster-Management wurde in dieser Zeit von 2 auf 6 Personen erweitert, ein internationales Netzwerk mit weltweiten Präsenzen und Projekten erschlossen und ein Leistungsangebot als „Full-Service-Innovationsmanagement“ aufgebaut: Das Cluster-Management hat in diesen drei Jahren 37 Verbundprojekte mit einem Volumen von über 40 Mio. Euro betreut und koordiniert und dabei mehr als 11 Mio. Euro an öffentlicher Förderung (Bund und EU) eingeworben.

Zur besseren Vermarktung chemischer FuE-Ergebnisse wurde mit der Kampagne „Chemie trifft …“ und der „Transatlantischen Technologietransfer-Initiative“ ein Innovationsdialog mit wichtigen Abneh- merbranchen begonnen, in dem die Entwickler etwa von Konsumgüter- oder Fahrzeugherstellern chemische „Challenge Statements“ an das Cluster stellen konnten. Mit dem Netzwerk Glas wurde ein regionales Innovationsnetzwerk im Bayerischen Wald geschaffen und für die Netzwerkmitglieder eine Einkaufskooperation für Strom und Gas gegründet, die Kostenreduzierungen bis zu 30 % ermöglicht. Das Cluster-Management hat sich in dieser Phase als Effizienztreiber chemischer Forschung und Entwicklung bewiesen, in dem neue Produkte wesentlich schneller und kostengünstiger entwickelt und auf internationalen Märkten platziert werden konnten.

2013 – 2017: Das Cluster als Partner für Innovation und Markterschließung

Seit 2013 befindet sich das Chemie-Cluster Bayern auf dem Sprung vom Synergietreiber zum Markterschließer. Zum Jahresbeginn 2013 können die Ergebnisse des Clusters als „institutionelles Experiment“ bilanziert werden, um eine optimale (Markt-) Kapitalisierung der geschaffenen Ressourcen in den Jahren 2013–2017 umzusetzen. Die Ziele des Clusters lassen sich vor allem im Mehrwert für die Mitglieder messen. Mit dem „Wertschöpfungspakt Chemie“ sollen neue, versteckte Märkte für bereits vorhandene Produkte, Technologien und Dienstleistungen weltweit gefunden werden. Das Chemie-Cluster übernimmt ein Stück weit die Aufgaben des Vertriebs der Mitglieder, gleichzeitig bleiben Innovationen im Fokus.

Bereits 2013 erhielt das Chemie-Cluster Bayern das Gold-Label der European Cluster Excellence Initiative (ECEI). Eine Zertifizierung, die nach einem mehrtägigen Assessment von unabhängigen Gutachtern anhand festgelegter Kriterien nur an wenige Clustereinrichtungen in Europa vergeben wird.

 

Durch geänderte förderrechtliche Rahmenbedingungen auf EU-Ebene mussten 2016 erstmals Mitgliedsgebühren eingeführt werden. Hierdurch wird die Leistungsfähigkeit der bisher entstandenen (und v.a. aus öffentlichen Fördermitteln finanzierten) Strukturen ausgebaut. Das Cluster wird weiterhin als nicht profitorientierte Einrichtung die Interessen seiner Mitglieder als zentrale Aufgabe verstehen und die vorhandenen Potenziale in diesem Sinne verwenden. Gleichzeitig werden aber auch neue Strategien und Konzepte der Clusterfinanzierung erarbeitet und umgesetzt um die langfristige strategische Arbeit des Clusters sicherzustellen.

Kontakt

Chemie-Cluster Bayern GmbH
Hansastraße 26
80686 München