26. September 2018

Hot seat: René Ungermann

Drei Fragen an eine Person aus unserem Umfeld

Herr Ungermann, mit dem InProLyzer haben Sie und Ihr Team ein neuartiges Sensorsystem zur Messung verschiedenster Substanzen entwickelt. Was macht den InProLyzer zu einer Innovation und sind weitere Entwicklungen geplant?

Mit dem InProLyzer können erstmalig viele gelöste Inhalts- und Schadstoffe auch in sehr geringen Konzentrationen (ng/L bis g/L) direkt in der Produktion gemessen werden. Dies wird durch eine einmalige Kombination aus chemischer und technischer Anreicherung der gewünschten Substanzen im Sensorsystem erreicht. Die modulare Bauweise stellt zudem ein Alleinstellungsmerkmal da und ermöglicht maßgeschneiderte Problemlösungen, mit denen die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden optimal berücksichtigt werden können.

Aufgrund großer Nachfrage bieten wir als eine weitere Entwicklung ein kostengünstigeres Sensorsystem auf NIR-Basis an, mit dem nicht nur Flüssigkeiten, sondern auch Gase und Feststoffe, z.B. Pulver, analysiert werden können. Dieses Sensorsystem kann Inhaltsstoffe im Sekundenbereich überwachen und zeichnet sich durch eine sehr kompakte Bauform aus, sodass dieses auch für den mobilen Einsatz geeignet ist.

 

Mit der Vermarktung der Systeme haben Sie vor Kurzem begonnen. In welchen Industrien und Bereichen sehen Sie die Anwender Ihrer Produkte?

Als wichtigsten Industriezweig für die Anwendung unserer Sensorsysteme sehen wir die chemische Industrie, da sie eine Vielzahl an unterschiedlichsten Waren produzieren und diese häufig nur mit aufwendigen Laboranalysen untersucht werden können. Daneben können die Sensorsysteme überall dort eingesetzt werden, wo Inhalts- und Schadstoffe kontinuierlich überwacht werden sollen. Dazu gehört z.B. die Trink- und Abwasserüberwachung oder die Getränke- und Lebensmittelindustrie. In allen Anwendungsbereichen können durch den Einsatz der Sensorsysteme die Qualitätssicherung auf ein neues Maß angehoben werden sowie Prozesse optimiert und dadurch Kosten gespart werden.

 

Ihre Unternehmung wurde noch bis Ende Mai 2018 durch das EXIST-Gründerstipendium vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Die Anschlussfinanzierung stellt für viele Start-ups oft eine Herausforderung dar. Wie gehen Sie damit um und sind Sie aktuell auf der Suche nach Partnern oder Investoren?

Schon vor Beginn des EXIST-Gründerstipendiums haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt, wie eine Anschlussfinanzierung sichergestellt werden kann. Als Ergebnis davon nehmen wir jetzt an einem EU-Projekt teil, dass uns neben finanzieller Förderung auch ein starkes Netzwerk bietet. Parallel dazu starten wir den Verkauf des kleinen Sensorsystems und generieren somit die ersten Umsätze. Zudem sind wir immer darüber erfreut, mit Partnern oder Investoren in Kontakt zu treten.

 

Herr René Ungermann hat Chemie mit dem Schwerpunkt Analytik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg studiert. Von Juni 2017 bis Mai 2018 hat er und sein Team ein EXIST-Stipendium erhalten. Im August 2018 wurde das Unternehmen InProSens UG (haftungsbeschränkt) mit Sitz in Oldenburg gegründet, von dem Herr Ungermann der Geschäftsführer ist. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung innovativer Sensorsystem spezialisiert. Im Gründungswettbewerb „start2grow | 39“ gehörte das Unternehmen zu den Preisträgern.

Kontakt

Chemie-Cluster Bayern GmbH
Hansastraße 26
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