13. Juni 2018

Hot seat: Dr. Paul Lampert

Drei Fragen an eine Person aus unserem Umfeld

Herr Dr. Lampert, welche Fragen beantworten Sie für Ihre Kunden mit Ihren Lösungen im Bereich der Markforschung?

Am Ende entscheidet immer der Kunde über den Erfolg eines Produktes, egal ob im Endkunden- oder im Firmenkundenbereich. Wir helfen unseren Kunden, die „4Ps“ des Marketings optimal an den Kundenbedürfnissen auszurichten: Product, Price, Place, Promotion. Wenn beispielsweise ein Unternehmen eine Produktalternative auf den Markt bringen möchte, die ressourcenschonender und somit nachhaltiger produziert wird, ist es unsere Aufgabe herauszufinden, wie dieser Mehrwert an den Kunden kommuniziert werden kann, ob sich dieser Mehrwert eventuell durch eine Mehrzahlungsbereitschaft auch finanziell niederschlägt und schlussendlich, und das ist eigentlich das Essenzielle, müssen wir mit unseren Methoden herausfinden, ob das innovative und nachhaltige Produkt überhaupt einen Mehrwert für den Konsumenten darstellt. Denken Sie aus einem anderen Bereich an das Beispiel Gentechnik: Obwohl auf den vorgeschalteten Stufen der Wertschöpfungskette bereits schon alles „im Gang“ war – und offensichtlich auch Benefits gesehen wurden, hat der deutsche Verbraucher sich vehement dagegen ausgesprochen. Solche zumeist teuren „Versuch und Irrtum“-Strategien wollen wir durch unsere Marktforschungsmethoden für unsere Kunden vermeiden helfen.  

 

Welche Themen oder Produkte im Bereich “Green Chemistry” fordert die Marktseite am stärksten ein?

Hier sehe ich zunächst den Verpackungsbereich, da der Verbraucher gerade was das Thema „Plastikmüll“ anbelangt immer stärker durch Umweltverbände, NGOs, Medien etc. sensibilisiert wird. Zudem ist er tagtäglich beim Einkauf damit konfrontiert. Durch Logistik- und Haltbarkeitsanforderungen durch den Handel steigen zugleich allerdings auch die Anforderungen an solche Verpackungen, v.a. im Lebensmittelbereich. Wenn es gelingt, Verpackungen ökologisch und damit nachhaltiger herzustellen, und gleichzeitig die funktionalen Eigenschaften beibehält oder sogar noch verbessert, dann wäre der Konsument geneigt, solche Produkte bei seinem Einkauf vorzuziehen. Der Handel ist ja aktuell schon auf der Suche nach Alternativen, die sind allerdings bisher noch rar oder kostenmäßig noch wenig wettbewerbsfähig.

 

Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht Kooperationen für zukunftsfähige Innovationen?

Der Kooperationsgedanke ist für mich der Schlüssel zum Erfolg. Aus dem Hochschulumfeld kommend, würde ich mir daher wünschen, dass Unternehmen hier viel öfter die Chancen ergreifen, an Ergebnissen durch Kooperation zu partizipieren, die in Forschungsarbeiten entstanden sind. Hier schlummert meiner Meinung viel Potenzial, das noch zu wenig genutzt wird. Aus Sicht unseres Marktforschungsinstitutes gehen wir bzw. gehen Unternehmen, die Innovationen auf den Weg bringen möchten, immer eine Art Kooperation mit uns ein, um im Zuge der Entwicklung von Innovationen die Parameter zu identifizieren, aus denen später der Markt bzw. der Anwender einen Mehrwert ziehen kann. Allerdings wird aus unserer Erfahrung heraus an die Marktseite oft erst zu spät im Entwicklungsprozess gedacht, sodass wir durch die Abdeckung dieses Themenbereiches im Chemie-Cluster Bayern auch einen Gedankenanstoß in diese Richtung geben möchten.

 

Dr. Paul Lampert hat ursprünglich Gartenbau mit Schwerpunkt BWL und Marketing an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf studiert und an der TUM School of Management promoviert. Seit 2017 ist er Geschäftsführer der GreenSurvey Marktforschung GmbH mit Sitz im niederbayerischen Straubing, der ‘Region der nachwachsenden Rohstoffe’. GreenSurvey betreibt im Schwerpunkt Markt- und Konsumtenforschung in den Bereichen nachhaltige Chemie, erneuerbare Energien, Lebensmittel und dem Agribusiness. Als Hochschulausgründung arbeitet GreenSurvey dabei in der Methode wissenschaftlich fundiert, im Ergebnistransfer aber immer praxisorientiert. 

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