17. Oktober 2019

Hot seat: Christoph Sutter

3 Fragen an eine Person aus unserem Umfeld

Herr Sutter, die baubook stellt eine der zentralen Web-Plattformen in Österreich dar, wenn es um das Thema „Nachhaltiges Bauen“ geht. Wie kam es zur Entwicklung der baubook und wer sind die heutigen Zielgruppen bzw. Nutzer?

Die baubook Datenbank (www.baubook.info) wurde vor 15 Jahren in Wien und Vorarlberg gegründet, um einfaches, zielgerichtetes und validiertes ökologisches Bauen zu unterstützen.  Durch die Abbildung von klar definierten Material- und Produktanforderungen macht die baubook Ökologie und eine gesunde Raumluftqualität bestellbar. Neben diesen produktneutralen Anforderungen ist für die Umsetzung derartiger Gebäude aber das Vorhandensein entsprechender Produkte entscheidend. Aus diesem Grund bildet die Datenbank von Anfang an den jeweiligen Anforderungen entsprechende Produkte ab. Der Kern der baubook ist daher die Produktdatenbank, in die Hersteller zentral, einfach und komfortabel ihre Bauprodukte eintragen können. Nach entsprechender Prüfung und Freischaltung der Produkte durch die baubook GmbH stehen diese Produkte den Nutzern (Handwerkern, Architekten, Bauleuten, Bauträger, Kommunen, etc.) kostenfrei zur Verfügung. Auf einen Blick wird damit ersichtlich, welchen Anforderungen und Qualitäten die Produkte entsprechen.

Die baubook erleichtert zudem die Nachweisführung im Rahmen von ökologischen Ausschreibungen, bei Gebäudezertifizierungen und in der Förderabwicklung. Die Nachweisführung im Einzelfall kann durch die Deklaration im baubook entfallen. Ergänzend dazu liefert die baubook validierte Baustoffdaten für die Berechnung von Energie- und Ökologiekennzahlen.

Inwieweit behandelt die baubook auch Standards und Kriterien, die in Deutschland von Bedeutung sind?

Seit 2018 steht mit der „baubook – Produktinformation zu BNB“ erstmals eine Plattform zur Verfügung, die speziell für die Anwendung in Deutschland entwickelt wurde. Die ökologischen und gesundheitsrelevanten Themen sind dabei natürlich die gleichen wie in Österreich. In der Ausgestaltung der Anforderungen und der Definition der Nachweisvorgaben gibt es aber doch Unterschiede. Hier wäre sicherlich noch mehr Harmonisierung wünschenswert. Mit der baubook Datenbank gibt es aber zumindest eine zentrale Stelle, in der Hersteller ihre Produkte zu verschiedenen Anforderungskatalogen deklarieren können.

Für Unternehmen gibt es die Möglichkeit eine „Firmenplattform“ mit Hilfe der baubook aufzubauen und zu etablieren. Was ist eine Firmenplattform und welcher Zweck wird damit verfolgt?

Firmenplattformen stellen exklusiv die Produkte der jeweiligen Firma dar. Die Plattformen werden von den Inhalten und vom Layout her an die Wünsche der jeweiligen Firmenpartner angepasst. Zentral ist dabei aber, dass auch in den Firmenplattformen die unabhängigen Anforderungen der im baubook abgebildeten Zertifizierungsvorgaben und Ausschreibungskriterien abgebildet werden. Neben vertieften Informationen der jeweiligen Hersteller finden die Nutzer deshalb auch in den Firmenplattformen herstellerunabhängige Informationen über die jeweiligen ökologischen Produktqualitäten.

Christoph Sutter ist gelernter Volkswirt und hat sich während seines Studiums unter anderem mit den Themen Umweltmanagementsysteme, Umweltökonomie und Umweltgeschichte beschäftigt. Seit 2007 ist Christoph Sutter beim Energieinstitut Vorarlberg beschäftigt und seit 2011 einer der Geschäftsführer der vom Energieinstitut Vorarlberg und dem Österreichischen Institut für Bauen und Ökologie gegründeten baubook GmbH. Die baubook GmbH betreibt die gleichnamige baubook Datenbank, die Datenbank für nachhaltiges Bauen und gesundes Wohnen.

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Chemie-Cluster Bayern GmbH
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